Märchen – ein Zaubermittel für Sprachbildung und Sprachentwicklung
Durchführung einer zweitägigen Zeltfachtagung in Aderstedt
Foto: Schulförderverein e.V. der Petri-Sekundarschule Schwanebeck
- Umsetzungszeitraum:
- 2026
- EU-Fonds:
- ESF+
- Handlungsfeld:
- 4. „Qualifizierung und Integration“
- Ort der Maßnahme:
- Aderstedt
- Trägerschaft:
- Schulförderverein e.V. der Petri-Sekundarschule Schwanebeck
Heutige Kindheiten, kognitive Bildungsansprüche, Lernprogramme zur objektiven Welterfassung ohne Rücksicht auf emotionale Entwicklung von Kindern zu nehmen, Fachkräftemangel, der Umgang mit Inklusion, Integration + Mediennutzung sind zur fachlichen Herausforderung geworden. Das Wissen aus dem Forschungsbereich d. Neurobiologie, dass Kinder bis ca. zum 10. Lebensjahr entwicklungsbedingt die Welt emotional und magisch erfassen, wird völlig negiert. Gerade hier haben Märchen ihren Platz als Entwicklungshilfe. Verbot und Wegrationalisierung von Märchen sind daher irrational und kontraproduktiv. Zwingt man Kindern zu früh abstraktes Denken sowie intellektuelle Entwicklung auf, so kann die Fähigkeit, abstrakt zu denken, beeinträchtigt werden. Für geistige Gesundheit ist das kindlich, magische, vorwissenschaftliche, vorlogische bildhafte Denken verantwortlich, eine qualitativ völlig anders geartete Form der Welterfassung, ausschließlich im Märchen zu finden. Märchen sind weder grausam noch Geschichten von gestern.
Wir wollen erreichen, dass pädagogische Fachkräfte, Eltern, Trägervertreter, Beraterinnen und Interessierte für eine bewusste Anwendung von Märchen sensibilisiert werden, diese in ihrer großen Wertigkeit erfassen und ihnen einen gebührenden Platz in der Entwicklungsbegleitung von Kindern einräumen.
Die Teilnehmenden werden in die Lage versetzt, Märchen als unbezahlbares „Zaubermittel“ und als höchste Form des Unterrichtens zu erkennen, zum Wohle von Kindern zu nutzen, weiterzutragen und für einen Erhalt unseres wertvollen Kulturgutes zu sorgen.
Die zweitägige Veranstaltung findet in Aderstedt, in zwei Zelten (1 Eventzelt für 60 Personen, 1 kleines Zelt für ca. 30 Personen Gruppenarbeit) auf dem Naturnahen Bildungs- und Bewegungsraum (Spielplatz) statt.
Im Eventzelt werden an zwei Tagen die Vorlesungen der Dozenten durchgeführt. Integriert ist eine unmittelbare Fragen-/Antwortstellung.
Nachmittags erfolgt die Gruppenarbeit mit eingeschlossenen Übungen. Am Abend des ersten Tages wird eine gemeinsame Diskussionsrunde zur Erarbeitung von Unterschieden zwischen Märchen und Geschichten, auf der Grundlage des Kinderfilms: „Michel von Lönneberg“ (Buchautorin: Astrid Lindgren) initiiert.
Am zweiten Tag finden Themenbereiche wie z.B.: Märchenarten und Beispiele, warum lieben Kinder Märchen, Voraussetzungen zur Wirksamkeit von Märchen, Märchen als Seelenproviant oder Märchen als Sprach- und Sprechentwicklung und weitere, Berücksichtigung.
Der Erkenntnisprozess, Märchen sind keine Geschichten von gestern, sondern sie haben einen Bedeutungswert von heute für Kinder, wird zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit in allen Kindereinrichtungen.